Ergebnis einer Umfrage unter den Bremer Imkern/innen (Stand 14.10.2026)
Die Asiatische Hornisse gelangte über 2004 über Bordeaux nach Europa und breitete sich danach rasend schnell aus. In den letzten Jahren wurde sie gelegentlich auch in Bremen beobachtet, aber seit diesem Jahr tritt sie häufiger auf. Das ist Anlass zur Sorge, denn als äußerst effektiver Räuber bedroht sie nicht nur die Honigbiene, sondern auch Wildbienen und andere Insekten vergleichbarer Größe. Außerdem verteidigen sie ihre Nester äußerst aggressiv und können auch für Menschen und Tiere gefährlich werden. Unterscheiden kann man sie von der heimischen Hornisse durch die gelben Beine und die schwarze Färbung. Nur die Spitze des Hinterleibes ist leuchtend orange. Die heimische Hornisse ist etwas größer, überwiegend gelb-schwarz gestreift und hat schwarze Beine.
Aus anderen Städten, z.B. Aachen, ist bekannt dass nach dem ersten massiven Auftreten mit den Vernichten möglichst vieler Nester begonnen werden muss. Wartet man zu lange, erreicht die Asiatische Hornisse schnell ihre maximale Häufigkeit, mit bis 16-18 Nestern/km².
In Bremen sind wir, wie unsere aktuelle Umfrage unter den Mitgliedern der Imkervereine Bremen und Bremen-Blumenthal ergibt, in dieser Anfangssituation. 130 Imker/innen, mit Bienenvölkern an 147 Standorten, gaben an ob und wie oft sie die Hornisse in diesem Jahr an ihren Völkern beobachtet haben. Die folgende Karte zeigt die Zahl der Imker pro Stadtteil, bei denen die Hornisse auftauchte.

In der Karte wird deutlich, dass die Hornisse in Bremen schon weit verbreitet ist, mit Häufung im Südosten. Man kann davon ausgehen, dass sie auch in den Stadtteilen ohne Meldungen auftritt. Im nächsten Jahr ist mit einem flächendeckenden und deutlich höherem Vorkommen zu rechnen.
Insgesamt 23% der Rückmeldungen hatten die Hornisse beobachtet, davon je ca. 40% im April und im August. Im April sind es die erwachenden Jungköniginnen vom Vorjahr, die noch alleine unterwegs sind und Primärnester bauen, oft in Hecken und dergleichen. Im August zieht das inzwischen stark gewachsene Volk in Sekundärnester um, oft 5-6 Meter hoch in Bäumen. Bei ca. einem Viertel der betroffenen Bienenstände jagt die Hornisse jeden Tag.
Noch ist unklar, wie Imker ihre Völker am besten schützen. Das Entfernen der Nester erfordert eine teure Spezialausrüstung sowie eine Schulung. Die Kosten für die Entfernen liegen bei 300-600 Euro und müssen vom Auftraggeber getragen werden. Die Stadt übernimmt nur für Schulen, Kindergärten usw. Die Bremer Imkervereine suchen in ihren Reihen nach Freiwilligen die sich, allerdings in eigener Sache, zu Nestbekämpfern ausrüsten und -bilden lassen wollen.
Es muss aber betont werden, dass die Bekämpfung der Asiatischen Hornisse nicht ein reines Imkerproblem ist. Sie bedroht massiv die heimische Artenvielfalt, gerade auch bei Bestäubern. Bei der Honigbiene ist die eigentliche Gefahr, dass wenn zu viele Hornissen vor den Bienenstöcken patrouillieren, die Bienen nicht mehr auf Nahrungssuche ausfliegen. Die Völker können dann verhungern. Die Imker/innen schützen ihre Völker, indem sie z.B. Hindernisse, wie Drahtkäfige, Netze oder dichten Pflanzenbewuchs, vor den Fluglöchern der Bienenstöcke anbringen. Vertreiben lässt sich die Asiatische Hornisse nicht mehr, aber wir sollten alles versuchen, ihre Häufigkeit in Schach zu halten.
Sichtungen der Hornisse und vor allem ihrer Nester in Bremen bitte melden an:
- Umweltbehörde: torve.christiansen@umwelt.bremen.de
- Portal Ahlert: https://www.neobiota-nord.de/de/ahlert-nord/
In Niedersachsen an:
- Meldeportal: https://www.neobiota-nord.de/de/fundmeldung/
Im Internet finden sich gute Anleitungen zu Maßnahmen am Bienenstand und zu Auffinden der Nester (Locktöpfe). Laien sollten niemals versuchen, die Nester selber zu entfernen. Das ist gefährlich, außerdem kann bei einer Verwechslung mit Nestern der heimischen Hornisse ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro drohen, weil sie unter Schutz steht.
Volker Grimm, Imkerverein Bremen von 1875 e.V.